Fischschwanzdolch aus Dobberzin

Beil Aufsicht Konrad von Fournier CC BY-NC-SA
Beil linke Seite (Aufsicht) Konrad von Fournier CC BY-NC-SA
Beil Unterseite Konrad von Fournier CC BY-NC-SA

Beschreibung

Fischschwanzdolche stellen eine finale Form sowie den Höhepunkt der Flintverarbeitung in Norddeutschland dar. Das hier gezeigte Objekt aus Dobberzin, Gem. Angermünde ist weißlich patiniert und zeigt keine rezenten Brüche. Die gesamte Oberfläche ist flächig retuschiert und die Schneide wird durch Feinretuschen gebildet. Der Dolch entspricht dem Typ III (Raetzel-Fabian 1983, 72). Fischschwanzdolche sind mit der letzten Phase des Neolithikums (Jungsteinzeit) bzw. dem Übergang zur Bronzezeit sowie der Aunjetitzer Kultur verbunden. Sie stellen eine Imitation südeuropäischer Kupferdolche dar, was bisweilen durch nachempfundene Grate auf dem Griff oder der Schneide ersichtlich wird. Nicht endgültig geklärt ist die Frage, ob für die Feinretusche Kupferwerkzeuge eingesetzt wurden. Das massive Auftreten der Dolche in der ausgehenden Jungsteinzeit hat zu der Bezeichnung „Dolchzeit“ geführt. Dieser Abschnitt der Vorgeschichte steht damit am Beginn der Metallzeiten im Raum Uckermark und ist gleichzeitig die letzte Blütezeit der Silexverarbeitung – auch wenn der Rohstoff in den kommenden Jahrtausenden (durch die Metallzeiten hindurch) weiterhin präsent bleiben wird. Literatur D. Raetzel-Fabian (Hrsg.), Göttinger Typentafeln zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas (Göttingen 1983). G. Wetzel, Dolchzeit / Aunjetitzer Kultur https://www.brandenburgikon.net/index.php/de/sachlexikon/dolchzeit

Objektart Fischschwanzdolch
Maße 134x46x18
Material Flint/Silex
Inventarnummer MA00559
Stand der Infomationen 2023-10-05 23:55:05
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Museum Angermünde CC BY-NC-SA

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Museum Angermünde

1913 entstand als Gründung des „Vereins für Heimatkunde Angermünde“ ein Heimatmuseum. Neben Spenden von den Handwerkerinnungen und Kirchengemeinden bilden von Beginn an archäologische Funde aus dem gesamten Gebiet des Altkreises Angermünde einen Sammlungsschwerpunkt. Seit 2005 ist das Heimatmuseum mit dem 1974 entstandenen Literaturmuseum „Ehm Welk“ vereint. Der vor allem durch seinen Roman „Die Heiden von Kummerow“ bekannte Schriftsteller wurde 1884 im Angermünder Ortsteil Biesenbrow geboren und starb 1966 in Bad Doberan. In der neuen Ausstellung des Museums am neuen Standort im Stadtzentrum von Angermünde liefern Zitate und Bilder aus den Werken von Ehm Welk den „roten Faden“ zwischen den einzelnen Themen. Neben den umfangreichen heimatkundlichen und archäologischen Sammlungen verfügt das Museum über eine wertvolle Regionalbibliothek, Nachlässe des Bildhauers Albert Manthe und anderer Künstler, ein Bildarchiv, Karten und Pläne.

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