Modell einer Essensration
Beschreibung
Die tägliche Essensration für Häftlinge war sehr gering. Es war kaum genug, um zu Überleben. Ein quälender Hunger gehört zum Alltag im Lager, genauso wie das Verhungern. Der französische Häftling Claude Réne Roudaire überlebte das KZ-Nebenlager Lieberose und beschrieb die Essensration im Nachhinein sehr genau: "Morgens Kaffeeersatz, für jeden Arbeiter gab es zum Frühstück einen Imbiß von 100g Brot (nur für die Juden nicht), zu Mittag einen Liter Suppe. Sie war trübe und dünn, darin schwammen Kohlrüben, Mohrrüben oder Kraut. Am Abend gab es ungefähr 300g Brot und etwa 30g Margarine, Marmelade oder Wurst." Nach der Einrichtung der Gedenkstätte organisierten Schülerinnen und Schüler der Grundschule Lieberose (insbesondere der Arbeitsgemeinschaft Geschichte) Führungen durch das angebundene Museum. Um die Geringfügigkeit der Essensration für einen Tag anschaulich darzustellen, wogen die Schülerinnen und Schüler die Rationen genau ab, formten diese aus Gips und lackierten sie.
Anschauungsmaterial | |
k.A. | |
Gips | |
24 | |
2025-02-05 21:23:48 | |
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Details und verwandte Objekte
Einordnung
Schlagworte
Dieses Objekt im Museum
1943 errichtete die SS das Konzentrationslager Lieberose am Bahnhof Lieberose im Dorf Jamlitz. Als Nebenlager war es dem KZ Sachsenhausen nördlich von Berlin zugeordnet. Arbeitsfähige Häftlinge wurden unter dem Motto "Vernichtung durch Arbeit" für die Errichtung des Truppenübungsplatzes "Kurmark" eingesetzt. Während der stärksten Belegung waren 4.300 Personen inhaftiert. Die meisten Häftlinge in Lieberose waren polnische und ungarische Juden. Zwischen 1944 und Februar 1945 waren insgesamt rund 10.000 Personen dort zur Zwangsarbeit verpflichtet. Die Sterblichkeit war sehr hoch. Schätzungen zufolge haben weniger als 500 Menschen das KZ Lieberose überlebt. Im Februar 1945 wurde das Lager von der SS aufgelöst. Rund 1.700 Häftlinge mussten den Todesmarsch nach Oranienburg, zum KZ Sachsenhausen, antreten. 1.342 "marschunfähige" Häftlinge wurden im Lager erschossen und in Massengräbern verscharrt. Bei der Exhumierung eines Massengrabes in einer Grube bei Staakow 1971 wurden die Skelette von 577 Erschossenen freigelegt. Eine Urne mit ihrer Asche ist neben dem Friedhof in Lieberose beigesetzt. Daneben befindet sich eine Gedenkstätte. Im Museum der Gedenkstätte werden Dokumente, Fotos, Berichte und Objekte zur Geschichte des KZ-Nebenlagers Lieberose gezeigt. Neben der ständigen Ausstellung gibt es regelmäßig wechselnde Ausstellungen zum Schicksal einzelner Häftlingsgruppen.