Windfege
Beschreibung
Die Windfege, auch Rotationsworfelmaschine, Putzmühle oder Kornfege ist eine Maschine zur mechanischen Reinigung von Saatgut nach dem Prinzip der Windsichtung, bei dem die Spreu (Samenflügel) vom Samenkorn getrennt wird. Während die fest installierte Darrvorrichtung vor allem größere Mengen an Saatgut benötigt, können mit der mobilen Windfege auch geringe Nadelholzsamen gewonnen werden. Die mit einem Motor angetriebene Maschine trennt mittels Rotation die Flügelhäutchen von den Samenkörnern, die gesondert gesammelt werden. Die ausgestellte Windfege wurde nach dem II. Weltkrieg eingesetzt, als sich die Kiefernsamenernte mit der Gegenstromanlage in der Darre nicht mehr rentierte. Das Ausstellungsobjekt konnte zur Eröffnung der Forstsamendarre 2012 vom Förderverein rekonstruiert und in die Sammlung integriert werden.
Technisches Gerät | |
Länge 200cm, Breite 96 cm, Höhe 135,5 cm | |
Holz, Metall, Leder | |
21 | |
2025-02-05 21:23:48 | |
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Details und verwandte Objekte
Einordnung
Schlagworte
Dieses Objekt im Museum
Das barocke Wirtschaftsgebäude gehört zum Schlossensemble Lieberose. Es wurde ursprünglich als südliche Begrenzung des Wirtschaftshofes zur Lagerung von Getreide errichtet und ist auch unter der Bezeichnung "Altes Magazin" bekannt. Von 1519 bis 1945 residierte im Schloss die Grafenfamilie von der Schulenburg, zu deren Herrschaftsgebiet riesige Waldflächen gehörten. Seit der Mitte des 19.Jahrhunderts begannen die Schulenburgs mit der systematischen Wiederaufforstung der brachliegenden Waldflächen. Der dafür benötigte Kiefernsamen wurde in sogenannten Klenganstalten gewonnen. Da die Gewinnung von hochwertigem Samen eine lukrative Einnahmequelle des gräflichen Geschlechts darstellte, strebte man die Steigerung der Samengewinnung und der Verkauf von Kiefernsamen an. Um effizienter zu produzieren, wurde eine Darreinrichtung in einen Teil des Speichers integriert und um 1926 als Trocknungs- und Gewinnungsanlage im Gegenstromprinzip modernisiert. Bis in die 50iger Jahre des letzten Jahrhunderts war die Anlage noch in Betrieb. Dann verfiel das Gebäude. 2012 konnte die Darre als Bürgerzentrum neu eingeweiht werden. Dabei wurde die noch vorhandene Technik restauriert, sodass der Darrvorgang anschaulich nachvollzogen werden kann. Ein Museum liefert weitere Hintergründe zur Samengewinnung sowie zur Forsthistorie in diesem Gebiet. Ein weiterer Raum informiert über die Stadt- und Schlossgeschichte. Die darüber liegende Etage wird für Sonderausstellungen genutzt.