Wappenschild derer von Quitzow
Beschreibung
Im April 1945 wurde Schloss Lieberose durch Fliegerbomben getroffen, in den darauffolgenden Jahren sollte der feudale Besitz abgerissen werden. Das Inventar wurde geplündert oder an Flüchtlinge verteilt, die Bibliothek als Beutekunst in die Sowjetunion verbracht. Der Förderverein Lieberose erhielt in den letzten 30 Jahren eine Reihe von Exponaten, die aus dem Schulenburgschen Schloss stammen. Bei einigen ist die konkrete Herkunft nicht gesichert. Dazu gehört auch das aus Holz gefertigte Wappen derer von Quitzow. Im 14. Jahrhundert waren die von Quitzows eines der mächtigsten Adelsgeschlechter der Mark Brandenburg. Sie galten als der Inbegriff dessen, was man allgemein als Raubritter bezeichnete. Da sie dem Burggrafen Friedrich VI. von Hohenzollern die Gefolgschaft verweigerten, wurden ihre Burgen bis zum Jahre 1414 erobert und die Raubritter gefangen genommen. Damit endete die Ära der Quitzows in der Mark Brandenburg. Familiär war die Familie von der Schulenburg über mehrere Heiraten mit den Quitzows verwandt. In der Braunschweiger Kirche St. Katharinen ist auch das Ahnenwappen derer von Quitzow auf dem Epitaph des Georg von der Schulenburg (gest.1619) abgebildet. In welchem Zusammenhang das Fragment des Wappenschildes aus Lieberose zu sehen ist, konnte bisher nicht geklärt werden.
Wappenschild, heraldisches Symbol | |
Breite 19 cm, Höhe 28 cm, Tiefe 7 cm | |
Holz, geschnitzt | |
23 | |
2025-02-05 21:23:48 | |
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Details und verwandte Objekte
Einordnung
Schlagworte
Dieses Objekt im Museum
Das barocke Wirtschaftsgebäude gehört zum Schlossensemble Lieberose. Es wurde ursprünglich als südliche Begrenzung des Wirtschaftshofes zur Lagerung von Getreide errichtet und ist auch unter der Bezeichnung "Altes Magazin" bekannt. Von 1519 bis 1945 residierte im Schloss die Grafenfamilie von der Schulenburg, zu deren Herrschaftsgebiet riesige Waldflächen gehörten. Seit der Mitte des 19.Jahrhunderts begannen die Schulenburgs mit der systematischen Wiederaufforstung der brachliegenden Waldflächen. Der dafür benötigte Kiefernsamen wurde in sogenannten Klenganstalten gewonnen. Da die Gewinnung von hochwertigem Samen eine lukrative Einnahmequelle des gräflichen Geschlechts darstellte, strebte man die Steigerung der Samengewinnung und der Verkauf von Kiefernsamen an. Um effizienter zu produzieren, wurde eine Darreinrichtung in einen Teil des Speichers integriert und um 1926 als Trocknungs- und Gewinnungsanlage im Gegenstromprinzip modernisiert. Bis in die 50iger Jahre des letzten Jahrhunderts war die Anlage noch in Betrieb. Dann verfiel das Gebäude. 2012 konnte die Darre als Bürgerzentrum neu eingeweiht werden. Dabei wurde die noch vorhandene Technik restauriert, sodass der Darrvorgang anschaulich nachvollzogen werden kann. Ein Museum liefert weitere Hintergründe zur Samengewinnung sowie zur Forsthistorie in diesem Gebiet. Ein weiterer Raum informiert über die Stadt- und Schlossgeschichte. Die darüber liegende Etage wird für Sonderausstellungen genutzt.