Spitzpokal mit goldstaffiertem Monogramm FWR
Beschreibung
Spitzpokal aus dickwandigem, farblosem Glas mit kleinen Luftblaseneinschlüssen, Abrissnarbe am Boden und ein Etikett: Kreismuseum Oranienburg Inventarnummer IV / 6909. Über dem gestauchten Fußansatz eine Ringscheibe und ein sich konisch weitender, massiver Schaft, der nahtlos in die Kuppa übergeht. Die Wandung trägt das goldstaffierte bekrönte Monogramm "FWR" (Fridericus Wilhelmus Rex) zwischen gekreuzten Blattzweigen über einem Sternchen, Mündungsrand beidseitig vergoldet, die Vergoldung ist leicht abgerieben. Das Monogramm datiert den kleinen Pokal entweder in die Regierungszeit Friedrich Wilhelms I. (1713–1740) oder Friedrich Wilhelms II. (1786–1797). Denkbar ist beides, obgleich die gute Qualität der Goldmalerei für eine Datierung in die 1730er Jahre spricht. Als Hersteller kommen die Glashütten in Potsdam und Zechlin aber auch Tornow, Königsholland und Marienwalde infrage, die vier ersten hingegen nur, wenn sich das Glas auf den "Soldatenkönig" bezieht. Diese Gläser, Wachtmeister genannt, wurden auch außerhalb Brandenburgs gefertigt, etwa in Lauenstein, mitunter mit einem angeschmolzenen Blaurand (vgl. Rohr, Lauensteiner Glas, 1991, Kat. Nr. 206.3, S. 144; Dexel, Gebrauchsglas, 1977, Kat. 208, S. 198). Vier Pendants mit nahezu identischen Maßen werden im Museum Neuruppin aufbewahrt (Inv. Nr. V-0004-B bis V-0007-B). Sie sind unter Vorbehalt als Produkt der Zechliner Glashütte inventarisiert. Ein weiteres Pendant befindert sich im Museum Fürstenwalde, Spree (Inv.-Nr. V/112/B). Dieser Glastyp ist auch mit dem geschnittenen Monogramm FWR überliefert (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Inv. Nr. XIII 708), nicht aber in Goldstaffage wie hier. Bei dem Glas handelt es sich um einen Ankauf aus dem Berliner Kunsthandel von 1991. [Verena Wasmuth]
Weinglas | |
H. 12,7 cm; Dm. Fuß 7,6–7,8 cm; Dm. Mündung 6,7–6,8 cm; Wandungsstärke 0,4 cm | |
Glas / in Hilfsmodel geblasen, geformt, vergoldet | |
IV/6906 | |
2025-02-05 21:23:48 | |
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Dieses Objekt im Museum
Das Museum Die Geschichte des Museums reicht bis in das Jahr 1932 zurück. Der Werdegang war geprägt von Persönlichkeiten mit Visionen, dem Zweiten Weltkrieg, mehrmaligen Umzügen und strukturellen Umbrüchen. Gegründet zunächst als "Heimat- und Binnenschifffahrtsmuseum Oranienburg" im Oranienburger Waisenhaus, präsentiert das Museum schon seit dem Jahr 2001 auf drei Etagen im Südflügel des Oranienburger Schlosses seine Dauerausstellung. Nach Umbau der Ausstellungsfläche und Neukonzeption der Dauerausstellung zeigt es nun unter dem Namen "ReMO - Regionalmuseum Oberhavel" seit 2021 seine vollkommen neue Dauerausstellung "Geschichte(n) entlang der Havel". Die Ausstellungen Auf einem Rundgang können Besuchende eine Zeitreise erleben - von von der Gegenwart bis in die Eiszeit. Dabei kann die Geschichte des Landkreises mit allen Sinnen erkundet werden. Interaktive Elemente wie digitale Entdeckerstationen, Klappen, Schübe, ein Hörbuch und Spiele machen den Museumsbesuch zu einem spannenden Erlebnis. So wandeln die Besuchenden auf den Spuren von Friedrich dem Großen, experimentieren im Labor von Friedlieb Ferdinand Runge oder reisen anhand authentischer Zeitzeugenberichte in die Zeit der deutschen Wiedervereinigung. Immer mit dabei: Mausfried von der Havel. Das knuddelige Maskottchen und offizieller Botschafter des ReMO begleitet Kinder durch die umfangreiche Ausstellung. Begleitend dazu präsentiert das ReMO - Regionalmuseum Oberhavel regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen zu regionalen Themen. Die Zusammenarbeit mit regionalen Kunst- und Kulturschaffenden ist dabei einer der Schwerpunkte. Das mobile Museum "ReMObil" Das Team vom "ReMObil" bietet spannende Projekte und Workshops für Kita, Schule, Hort - aber auch für Seniorinnen und Senioren an. Ab einer Gruppengröße von 10 Personen kann es losgehen. Museumsmaskottchen Mausfried ist natürlich auch immer mit dabei. So bringt das Museumsteam alle Materialien mit in die Einrichtungen, um aktiv die Regionalgeschichte zu entdecken. Dabei reisen die Kinder in die Steinzeit, entdecken die Entwicklung der Schrift, lernen den Beruf "König" kennen oder wandern durch eine mittelalterliche Stadt. Veranstaltungen im ReMO Verschiedene museumspädagogischen Angebote und regelmäßige Sonderveranstaltungen runden das Angebot ab. Besonders beliebt ist die Lesereihe "LiteraturFieber in Oberhavel" bei der namhafte Autorinnen und Autoren ihre Werke dem ReMO-Publikum vorstellen.