Spiess, Emil: Brandenburger Stadtlandschaft, 1983
Beschreibung
Dargestellt ist während eines schneeigen Wintertages ein ungewöhnlicher Blick auf den Turm und das schneebedeckte Langhaus der Katharinenkirche aus nördlicher Richtung, leicht erhöht, dem Gelände folgend. Der Standort war fast auf den Meter genau derselbe wie in V00257KaGe in der Hammerstraße. Die Umgebung, auch der auf dem Gemälde links dargestellte freie Platz, auf dem einige Spaziergänger zu sehen sind, ist annähernd unverändert. Für die schneebeckten Dächer entwickelte Spiess in den 1980er Jahren eine sehr eigene Technik: er mischte echten Schnee in die weißliche Ölfarbe, dies führte mit dem Einschmelzen von Schnee und kleinsten Sand- und Erdpartikeln zu einer glatten Oberfläche ohne die sonst typischen Pinselspuren (vgl. V000257KaGe) Der in Brandenburg an der Havel tätige Maler Emil Spiess (1938-2009) hat zahlreiche ähnlich expressive Stadtbilder geschaffen, deren Merkmal die Gruppierung von farbintensiv gefärbten Baukörpern ist, deren Farbigkeit eher kompositionellen Überlegungen entspricht wie auch hier die roten Flecken vor der Fassade der Katharinenkirche oder der rosafarbene Himmel eines Winternachmittags. Auffällig ist die nicht immer statische Vertikale. So kippt auch hier der Turm der Katharinenkirche leicht, wird dadurch dynamisch und eine nahezu tanzende Figur. Das Gemälde ist mit Pinsel und Spachtel gearbeitet und pastos im Farbauftrag. Das Gemälde ist signiert und datiert re. u. "E. Spiess. 83". Den profilierten Holzrahmen hat der Künstler zum Gemälde abgestimmt farbig gestaltet, gebeizt in braun und rot mit leichten Farbspuren. (ib) Das Gemälde gelangte 1984 als Ankauf der Abt. Kultur, Fonds für Künstler-Aufträge an die Sammlung des Museums. Literatur: Enders, Rainer/Holtmann, Wulff (Hg. im Auftrag der Stadt Brandenburg (Havel): stattbekannt. 150 Jahre Brandenburg in Bildern, Brandenburg 2015, Abb. S. 38 (unter dem Titel: Brandenburger Stadtlandschaft (Blick auf Curiestraße mit Sankt Katharinen im Winter)).
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Dieses Objekt im Museum
Das Stadtmuseum Brandenburg an der Havel geht auf die Sammlung des Historischen Vereins zurück, der 1868 gegründet, diese zunächst im Steintorturm, ab 1923 im barocken Frey-Haus ausstellte. Das 1919 vom Spielzeugfabrikanten Ernst Paul Lehmann erworbene und dem Historischen Verein für die stadtgeschichtliche Ausstellung zur Verfügung gestellte Haus übergaben seine Erben 1939 der Stadt über, ebenso übergab der Historische Verein die Sammlungsbestände in städtisches Eigentum. Das Stadtmuseum umfasst heute drei Ausstellungsorte: das Frey-Haus mit seinen Nebengebäuden - ein bürgerliches, barockes Juwel im Zentrum der Altstadt, das Gotische Haus mit seiner Dauerausstellung zu "Alchemie und Alltag" und den mittelalterlichen Steintortum in der Neustadt mit der Sammlung zu Havelschifffahrt. Im Frey-Haus wird in wechselnden Sonderausstellungen die jüngere Stadtgeschichte gezeigt, deren Ereignisse das Leben der Brandenburger bis heute prägen sowie eine ständige Ausstellung zur über hundert Jahre alten Spielzeugtradition in Brandenburg an der Havel, die Kinder wie Sammler für das Blech- und Lineol-Spielzeug "Made in Brandenburg an der Havel" begeistert. Der Steintorturm ist nur zwischen April und Oktober geöffnet, das Gotische Haus während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung.

